Anderes Konzept für „Regionalzelt“

Kritische Bemerkungen zur  Bilanz der Kirchweih 2018

Die Kirchweih war entgegen den veröffentlichten Berichten nicht ganz so positiv. Das dürfte auch der Festwirt Widmann bestätigen. Ich halte den Festzeltbetrieb im Allgemeinen für gut und die Familie Widmann erscheint mir in vorzüglicher Weise geeignet, eine schöne „Kerwa“ zu bieten. Das notorische Problem ist es, an den Werktagen den Bierzeltbesuch zu steigern. Das lässt sich m.E. nur durch besondere Anstrengungen erreichen, wie der Sparkassenabend gezeigt hat. Ich weiß um die Kosten, die der Festwirt hat, um einigermaßen qualitätvolle Musikgruppen verpflichten zu können. Deshalb schlage ich eine zeitliche Verschiebung des Musikangebots vom Nachkirchweihsamstag auf den Kirchweihdienstag, dem chronisch schlechtesten Frequenztag, vor. Eine tolle Kapelle (beispielsweise die „Störzelbacher“) würde am Dienstag das Zelt füllen, während am Nachkirchweihsamstag die Besucherzahl ohnehin sehr groß ist und daher an diesem Tag auch eine andere Band akzeptiert würde.

Als Hit hatte sich in den letzten Jahren die Verlosung am Nachkirchweihsonntag erwiesen. Deshalb sollte erwogen werden, in Zukunft wieder eine Verlosung durchzuführen. Die Stadt oder der Stadtmarketingverein könnten den Festwirt bei der Organisation (z.B. Bereitstellung von Preisen) sicher zur Seite stehen.

Das Konzept des Festwirts Widmann, in Gunzenhausen das Mittagessen im Zelt populär zu machen, kann nach meiner Kenntnis der Gunzenhäuser Befindlichkeiten nicht erfolgreich sein. Die Konsumgewohnheiten unterscheiden sich nun einmal von Region zu Region, ja von Stadt zu Stadt.

Für verbesserungswürdig halte ich die nachmittägliche musikalische Unterhaltung im Festzelt an den Wochentagen (außer Montag und Nachkirchweihsonntag). Ich könnte mir vorstellen, dass an den umsatzschwachen Zeiten ein Musikstreaming passend wäre. Über die technischen Details kann ich dazu aber nichts sagen. Experten wie „Rolli“ Keitel könnten dazu sicher kompetente Aussagen machen.

Zum „Regionalzelt“ der Familie Gruber: Ich stelle fest, dass sich das Regionalzelt in seiner Aufmachung heuer stark verbessert präsentiert hat, möchte aber auch in diesem Fall die allzu optimistischen öffentlichen Äußerungen relativieren. Das Regionalzelt sollte eine konzeptionelle Alternative zum großen Festzelt sein. Es macht für den Betreiber keinen Sinn, das Konzept des Festzelts zu kopieren. Das Regionalzelt bedarf einer anderen Ausrichtung. Eine Rückkehr zum Charakter als „Weinzelt“ halte ich daher für wünschenswert. Ein Kontrastprogramm könnte es sein, die Betischung mit unterschiedliche großen und runden Tischen und ansprechender Aufmachung vorzunehmen. Auch das Speisen- und Getränkeangebot sollte einen Kontrast zum Festzelt darstellen. Vorstellbar wäre es, dort Weine von guter Qualität und Biere aus Franken und anderen Regionen anzubieten, dazu ein ansprechendes Speiseangebot (z.B. Käse, Wurst, Gemüse, Fische etc.). Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Konzept von den Besuchern angenommen würde, die nicht die klassischen Bierzeltgänger sind. Dass ein tägliches Livemusikprogramm für den Wirt zu teuer kommt, das verstehe ich. Deshalb möchte ich auch in diesem Fall anregen, ein Musikstreaming in Erwägung zu ziehen, das auf eine breite Akzeptanz ausgerichtet ist. Die urheberrechtlichen Fragen müssten natürlich mit Experten geklärt werden.

WERNER FALK, Stadtrat der FDP

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