Monthly Archives: Februar 2018

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Die Ära der Fürsten von Leuchtenberg

Sammelband zur Geschichte Eichstätts ist erschienen

Eugene de Beanharnais, Fürst von Eichstätt.

Nur kurz währte die Regentschaft der Leuchtenbergs als Fürsten von Eichstätt, und zwar von 1817 bis 1855. Vor 200 Jahren hat sie begonnen. Das war für die Bischofsstadt Anlass genug, sich dieser Epoche ihrer Geschichte zu erinnern. Das ganze Jahr über gab es 2017 eine Fülle von Vorträgen und historischen Beiträgen. Vereint sind sie im neuen Sammelband, den der Verein für Heimatkunde Eichstätt jetzt herausgegeben hat (ISSN 0936-5869).

Das letzte noch lebende Mitglied der  einstigen Fürstenfamilie ist Nikolaus von Leuchtenberg (84). Er war früher als freier Toningenieur tätig, hat aber von den Schlössern  der Vorfahren nichts mehr bekommen. „Ich bin froh und glücklich mit meinem Leben“, sagt das Familienoberhaupt, das in Bonn-St. Augustin lebt.

Erster Fürst von Eichstätt war Eugene de Beanharnais (später eingedeutscht: Eugen Rose Beanharnais). Er hatte das Fürstentum von seinem Schwiegervater, dem bayerischen König Maximilian I. Joseph, bekommen.  Das Leuchtenbergpalais in München hat er bauen lassen. Der Regent und seine Familie lebten in München und Ismaning. Er und seine Nachkommen hielten sich aber auch in der Residenz und der Sommerresidenz in Eichstätt auf.  Eugen Rose von Beanharnais war 1818 erstmals in Eichstätt und stiftete nach Überlieferungen „300 Schäffel nordisches Korn“ für seine Untertanen. Er war von Kaiser Napoleon adoptiert worden und zugleich Vizekönig von Italien, 1807 Fürst von Venedig, 1810 Großherzog von Frankfurt – und wurde 1817 als Herzog von Leuchtenberg der Fürst von Eichstätt. Verheiratet war er mit der Tochter des bayerischen Königs Maximilian I. Joseph, die ihm sechs Kinder schenkte (die älteste war verheiratet mit dem späteren König  Oskar I. von Schweden und Norwegen). Der Fürst lernte in Marienbad sogar Goethe kennen, der ihm sogar einen Nachruf widmete.

Nachfolger von Herzog Eugen (1781-1824) waren dessen Söhne August Eugen (1810-1835) und Maximilian (1817-1852). 1832 kam es bereits zur Teilrückgabe des Fürstentums an den bayerischen Staat, die Auflösung vollzog sich nach dem Tod des letzten Herzogs Maximilian im Jahr 1852.  Das Königreich Bayern zahlte drei Millionen Gulden.  Die Nachkommen behielten ihren Herzogstitel, denn der russische Zar hatte ihn 1890 an Nikolaus von Leuchtenberg verliehen.

WERNER FALK

Der Sammelband, herausgegeben vom Verein für Heimatkunde Eichstätt, ist über den Buchhandel zu beziehen.

Preis für Dinosaurier-Museum

Touristisches Vorzeigeprojekt in Denkendorf (Altmühltal)

Stolzer Preisträger: Michael Völker (7. von links), Geschäftsführer des Dinosaurier Museum Altmühltal, nahm den ADAC Tourismuspreis Bayern 2018 von Dr. Martin Spantig (rechts), Geschäftsführer der BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH, Herbert Behlert (2. von rechts), Vorsitzender des ADAC Nordbayern, und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (6. von rechts) entgegen. Es gratulierten unter anderem Landrat Anton Knapp (3. von links) und die Denkendorfer Bürgermeisterin Claudia Forster (4. von links). Bild: Steffen Riese/ADAC

Stolz nahm Michael Völker die eigens zu diesem Anlass gestaltete Bronzeskulptur entgegen. Herbert Behlert, Vorsitzender des ADAC Nordbayern, die Bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Dr. Martin Spantig von der Bayern Tourismus Marketing GmbH (BayTM) überreichten dem Geschäftsführer des Dinosaurier Museums Altmühltal im Rahmen einer feierlichen Verleihung am die Auszeichnung.  Sie ist auch eine Bestätigung für die hohe Qualität der Freizeitangebote im Naturpark Altmühltal.

Ein „innovatives, nachhaltiges und zukunftsweisendes Projekt, das die touristische Angebotsvielfalt in Bayern maßgeblich mitgestaltet“ nannte ADAC-Vorsitzender Behlert das Dinosaurier Museum Altmühltal in seiner Laudatio. Wirtschaftsministerin Aigner würdigte es als touristisches Vorzeigeprojekt. „Interessante Geschichte und Geschichten über imposante Urzeitgiganten auf spannende und spielerische Weise für die gesamte Familie aufbereitet“, beschrieb sie das Museumskonzept. Dass diese Kombination gut ankommt, beweisen die Besucherzahlen: Seit der Eröffnung im August 2016 haben sich bereits mehr als 200.000 große und kleine Dinofans von den über 70 lebensgroßen und detailgetreuen Dino-Exponaten der Freiluft-Ausstellung in den Bann ziehen lassen. Geschäftsführer Michael Völker hat dennoch nicht vor, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen: „Der Gewinn des ADAC Tourismuspreis 2018 ist für uns ein weiterer Ansporn, das Konzept auszubauen“, betonte er in seiner Dankesrede. Bereits im März soll die neue Museumshalle eröffnet werden – mit einer spektakulären Flugsaurierausstellung. „In diesem Rahmen werden wir der Weltöffentlichkeit erstmals eine neu entdeckte Flugsaurier-Gattung präsentieren. Hierbei handelt es sich um den größten und schwersten Flugsaurier, der je gefunden wurde“, versprach Völker.

Mit dem ADAC Tourismuspreis Bayern 2018 zeichnen der ADAC und die BayTM besonders innovative und auf Nachhaltigkeit angelegte touristische Projekte in Bayern aus. „Wir freuen uns sehr, dass der erste Preis dieses Jahr in den Naturpark Altmühltal geht“, betont Christoph Würflein, Geschäftsführer des Naturpark Altmühltal. „Besonders, da mit dem Dinosaurier Museum ein Projekt ausgewählt wurde, dass eines der Schwerpunktthemen unserer Region repräsentiert – Dinosaurier und Erdgeschichte.“ Von der Anziehungskraft des Dinoparks können auch die anderen Angebote der Fossilienregion profitieren, ist Würflein überzeugt. Direkt auf dem Museumsgelände erfahren Besucher in einem Infopavillon, was es in der Umgebung noch alles zu entdecken gibt. Museen, Fossiliensteinbrüche und erdgeschichtliche Sehenswürdigkeiten in der ganzen Naturpark-Region werden hier präsentiert. Außerdem ist das erdgeschichtlich älteste Exemplar des „Urvogels“ Archaeopteryx ausgestellt. „Das Dinosaurier Museum“, erklärt Würflein, „wird so zum Auftakt für spannende Reisen in die Erdgeschichte im Naturpark Altmühltal.“

Entlang der Markgrafenstraße

Die Geschichte des Fürstentums Ansbach wird erzählt

Das Streichquartett des Ansbacher Kammerorchesters umrahmte die Veranstaltung in Weidenbach (Saal des Gasthauses Eder) musikalisch. Foto: FR Presse

Markgraf Carl Wilhelm Friedrich (der „Wilde Markgraf“) ist wohl der bekannteste Hohenzollernfürst. Er hat nicht nur in Ansbach, sondern auch in Triesdorf (Sommerresidenz) und Gunzenhausen (Oberamtsstadt mit Sitz der einmaligen Falknerei) seine Spuren hinterlassen.  Wie kaum ein anderer Regent haben er und seine Hofbauarchitekten in den Orten des Markgrafentums Brandenburg-Ansbach bauliche Zeugnisse geschaffen, die heute den geschichtlichen Reichtum der Region ausmachen.

Der Weidenbacher Carl Alexander Mavridis (CAM), Geschäftsführer des Vereins der Freunde Triesdorfs hat einen Führer „Die Ansbachische Markgrafenstraße“ herausgegeben, der dazu einlädt, die fränkische Kulturlandshaft mit ihren Kirchen und Schlössern, Biergärten und Gasthäusern kennenzulernen. Der Führer bezieht sich auf acht Stationen: Marktsteft (Main-Hafen mit Kornschranne), Obernzenn (Schloss derer von Seckendorff), Ansbach (Residenz und barocke Vorzeigestadt), Triesdorf (Sommeresidenz), Gunzenhausen (Oberamtsstadt und Nebenresidenz), Wald  (das Schloss ist Stammsitz der Familie von Falkenhausen), Dennenlohe (barockes Kleinod), Unterschwaningen (im „Schloss-Exil“  lebte Markgräfin Friederike Louise).

Der Führer von CAM ist als Radführer  konzipiert. Alle Touren können separat gewählt werden, aber natürlich sind auch weitere Strecken möglich. Bei den Verkehrsämtern in der Region gibt es ausreichend Informationsmaterial.

Bei einer Auftaktveranstaltung im Gasthaus Eder in Weidenbach mit Ansbachischen Bratwürsten, Landbaier aus Marktsteft, Triesdorfer Käse und Wein aus der Windsheimer Bucht  hörten die Teilnehmer Referate der Historiker Dr. Andrea Schödl (Tauberfedl), Dr. Arno Störkel (Würzburg) und des Literaturwissenschaftlers Dr. Reinhard Knodt (Berlin). Sie schilderten in ihren Beiträgen das Leben von Markgräfin Christiane Charlotte, das Höfische in der Regentschaft von  Markgraf Alexander und die Besonderheiten von Lady Craven, seiner letzten Gefährtin.

Das Ansbacher Streichquartett (mit Sergej Vassilenko; Carola Eigenberger, Norbert Herrmann und Roland Kaplick) begleitete musikalisch durch den Abend. Die Bewirtung durch Traudl Eder-Meier unterstützten die Brauerei Kesselring (Marktsteft), Rainer Graf von Seckendorff (Obernzenn), die Ansbacher Hilterhaus-Stiftung und die Metzgerei/Gasthof Eder (Weidenbach).  Der Büchertisch von Seybolds Sortimentsbuchhandlung Ansbach bot Restauflagen von Büchern und Broschüren zur Markgrafengeschichte.

WERNER FALK

Auf dem Weg ins 22. Jahrhundert

Agrarkommissar zu Gast bei der CSU-Fraktion

Die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag hat eine Diskussion mit dem Titel „Landwirtschaft auf dem Weg ins 22. Jahrhundert“ im Plenarsaal des Maximilianeums veranstaltet, an der neben Staatsminister Helmut Brunner auch EU-Agrarkommissar Phil Hogan teilgenommen haben. Auch aus der Region waren Kreisbäuerin Helga Horrer und der Kreisvorsitzende des Verbands für landwirtschaftliche Fachbildung Hans-Jürgen Auinger aus Stetten im Landtag.

Von links: Helga Horrer, Hans-Jürgen Auinger, Staatsminister Helmut Brunner, MdL Manuel Westphal

Die Vorsitzende des Arbeitskreises Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Angelika Schorer eröffnete die Veranstaltung im gut gefüllten Plenarsaal. Nach einem Grußwort des Fraktionsvorsitzenden Thomas Kreuzer gab EU-Agrarkommissar Phil Hogan einen kurzen Impulsvortrag zur zukünftigen Gestaltung von Ernährung und Landwirtschaft in der EU.
Bei einer anschließenden Diskussion zusammen mit Agrarkommissar Phil Hogan, Staatsminister Helmut Brunner, dem Landesrat aus Südtirol Arnold Schuler sowie dem Generalsekretär im österreichischen Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus Josef Plank wurde die Thematik noch weiter vertieft und besprochen.
Einen besonderen Schwerpunkt stellte dabei das Verhältnis der Gesellschaft zur Landwirtschaft dar. Vor allem der ländliche Raum und die bäuerliche Landwirtschaft müssten zukünftig mehr und einfacher unterstützt werden, um neuen Anforderungen besonders im Klima-, Umwelt- und Gewässerschutz gerecht zu werden, so die Forderung auf dem Podium.
Einen wichtigen Schritt dazu möchte die Kommission mit einer zunehmenden Vereinfachung der gesetzlichen Regelungen sowie einem andauernden Bürokratieabbau machen. Um auf regionale Gegebenheiten besonders im Klimaschutz bei der zukünftigen Gestaltung der EU-Agrarpolitik reagieren zu können, plant die EU zudem, den Mitgliedsstaaten wieder mehr Freiheiten bei der Ausgestaltung der Agrarpolitik zu geben.
Während der Diskussion kamen auch die zahlreichen Gäste der Veranstaltung zu Wort und konnten Fragen stellen. Eine Entwicklung, die die Landwirte dabei bewegte, war zum einen das Thema Digitalisierung, aber auch die Frage, wie man mit der neuen Düngeverordnung zurechtkommt. Die Vorgaben dazu kommen aus Brüssel bzw. Berlin und müssen nunmehr in Bayern umgesetzt werden. Dabei wurde gefordert, den deutlichen Mehraufwand durch die Düngeverordnung zu reduzieren und dafür zu sorgen, dass es zu keinen Einschränkungen bei der Produktion kommt.
„Es war ein sehr interessanter Abend, den wir als CSU-Fraktion geboten haben! Das Thema der Entwicklung der zukünftigen Agrarpolitik auf EU-Ebene sowie die unterschiedlichen Vorgaben der EU beschäftigen unsere Landwirtschaft enorm. Nicht nur deshalb war die Veranstaltung auch sehr gut besucht. Es hat mich besonders gefreut, dass mit Frau Horrer und Herrn Auinger auch Teilnehmer aus unserer Region vor Ort waren und die Gelegenheit genutzt haben, sich über die zukünftige Agrarpolitik zu informieren“, erklärte Westphal nach der Veranstaltung.

Breit aufgestelltes Bauunternehmen

Landrat besuchte Kamm-Bau in Ellingen

Vor allem in der Baubranche gab es in den letzten Jahren einen großen Wandel, von Auftragsknappheit bis hin zum jetzigen Bauboom. Grund genug für Landrat Gerhard Wägemann, sich ein solches Unternehmen während eines Betriebsbesuches vorstellen zu lassen.

Geschäftsführer Klaus Weber (links) führte Landrat Gerhard Wägemann (rechts) durch das Betriebsgelände der Firma Kamm Bau in Ellingen. Foto: ZIA

 Die Wahl fiel auf die Firma Kamm Bau in Ellingen, welche in ihrer über 50 jährigen Firmengeschichte zahlreiche Phasen durchlebt hat. Gegründet im Jahre 1961 als Bauunternehmen Kamm, entwickelte sich über die Jahre ein modernes Handwerksunternehmen, welches seit 1998 von Brigitte Weber und deren Mann Klaus geführt wird. Der gelernte Maurermeister und heutige Geschäftsführer empfing den Landrat und seine Mitarbeiter gerne in seinen Büroräumen in Ellingen.

Bei einem vertieften Gespräch wurde deutlich, dass sich innerhalb des Bausektors ein erheblicher Strukturwandel vollzogen hat. Waren früher einige große Baufirmen mit hohen Mitarbeiterzahlen im Landkreis ansässig, so findet man heute eher kleinere Betriebe in der Region. Auch die Firma Kamm Bauunternehmung GmbH & Co. KG, welche zu ihren Hochzeiten fast 80 Mitarbeiter beschäftigte, hat diese Entwicklung mitgemacht, sodass heute eine Stammbelegschaft von 15 Handwerkern die Arbeiten ausführt. Und in dieser Hinsicht ist der Betrieb breit aufgestellt. „Wir haben uns schon früh nicht nur auf den reinen Wohnungsbau beschränkt, sondern verteilen unser Leistungsspektrum auf mehrere Säulen.“, erklärte Klaus Weber. So gehören zum Bauunternehmen zusätzlich ein Transportbetonwerk sowie ein Baggerbetrieb, um zusätzliche Leistungen anbieten zu können.

Auch in Sachen Betriebsführung wird bei Kamm Bau fortschrittlich gedacht. „Man darf alten Handwerkstraditionen nicht nur nachweinen, sondern muss sich auf neue Entwicklungen einlassen!“, betonte Weber. Durch sinnvolle Arbeitsumstellungen und moderne Maschinen haben sich die Arbeitsbedingungen auf Baustellen deshalb erheblich verbessert, so wurde unter anderem das Gewicht der obligatorischen Zementsäcke im Vergleich zu früher deutlich nach unten begrenzt. Zudem werden im modernen Mauerwerksbau die Steine heutzutage geklebt, was eine weitere Erleichterung darstellt.

Nichtsdestotrotz mangelt es wie fast überall im Handwerk an Nachwuchs und Fachkräften. Während in den Krisenzeiten nach dem Finanzcrash 2007 zahlreiche Arbeitsplätze in der Baubranche gestrichen werden mussten, werden diese fehlenden Arbeitskräfte heute händeringend gesucht. Hier engagiert sich Klaus Weber vor allem ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen, so fungiert er als Obermeister in der Bauinnung sowie als stellvertretender Kreishandwerksmeister und bringt das Thema Nachwuchsgewinnung regelmäßig in verschiedenen Gremien an. Um den Beruf auf Informationsveranstaltungen und Messen greifbarer darzustellen, wurde kürzlich ein Baggersimulator angeschafft, außerdem stellt die Innung Werkbänke an Kindergärten zur handwerklichen Frühförderung zur Verfügung, um so schon im Kindesalter die Vorzüge des Handwerks zu präsentieren.

Dass es diese gibt, davon sind Klaus Weber sowie der Landrat gleichermaßen überzeugt. „Der etwas in die Jahre gekommene Spruch ‚Das Handwerk hat goldenen Boden‘ wird derzeit wieder top aktuell.“, ist sich Gerhard Wägemann sicher. Auch Weber versucht diese zukunftsträchtige Entwicklung weiterzugeben, weshalb er bei den regelmäßigen Freisprechungsfeiern der Gesellen gerne darauf hinweist. „Aktuell gibt es viermal so viele Architekturstudenten wie Maurerlehrlinge, die dann die Gebäude bauen sollen.“, diesen denkwürden Fakt bringt er immer wieder. Durch diesen Mangel an ausgebildeten Handwerkern und die mittlerweile eingeführte Durchlässigkeit des Bildungssystems stehen den Fachkräften zahlreiche Wege für eine erfolgreiche Karriere offen. Die erste Sprosse auf dieser Karriereleiter können interessierte Jugendliche übrigens auch bei Kamm Bau in Ellingen erklimmen, das Unternehmen bildet selbstverständlich seit vielen Jahren Maurerlehrlinge aus.

Kein Rentenmodell der Zukunft

Vor allem Geringverdiener werden belastet

Zu den Medienberichten über steigende Kosten bei der Rente mit 63 erklärt der rentenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Johannes Vogel:

„Die Rente mit 63 war ein Wahlkampfgeschenk von Union und SPD für eine einzige Generation, ohne jede Differenzierung nach individuellen Erwerbsverläufen. Mit Blick auf Finanzierbarkeit und Generationengerechtigkeit ist eine solche Rentenpolitik verantwortungslos. Jetzt nehmen viel mehr Menschen diese Möglichkeit in Anspruch, als von Union und SPD erwartet wurde – mit allen daraus folgenden Problemen. Der Koalitionsvertrag der möglichen neuen schwarz-roten Regierung macht leider genau dort weiter: Die zusätzlichen Kosten für die neu vereinbarten Rentenleistungen würden sich bis zu 2030 auf ca. 130 bis 170 Milliarden Euro summieren. Das belastet insbesondere Geringverdiener und die nachfolgenden Generationen, denn sie werden das über höhere Beiträge bezahlen müssen. Dieser Koalitionsvertrag liefert leider keine Ideen für ein Rentenmodell der Zukunft. Die Fraktion der Freien Demokraten fordert stattdessen die Einführung eines modernen Rentensystems mit wirklich flexiblen Einstieg und ohne Hinzuverdienstgrenzen.“

PPP gilt auch in der Politik

Das Brett vorm Kopf als Methode

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion Dr. Marco Buschmann schrieb für den „Focus“ (aktuelle Ausgabe) den folgenden Gastbeitrag:

Dr. Marco Buschmann, der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion ist der engste Mitarbeiter Christian Lindners.

Die Harvard-Wissenschaftlerin Heidi K. Gardner machte vor einigen Jahren eine erstaunliche Entdeckung. Sie untersuchte das Verhalten von Führungskräften, die besonders wichtige Entscheidungen zu treffen hatten. Die kuriose Beobachtung, die sie machte, nannte sie das „Performance Pressure Paradoxon“ – das Leistungsdruck-Paradoxon. Denn je bedeutsamer die Entscheidungen wurden, desto mittelmäßiger wurden die

Entscheidungsergebnisse. Man könnte meinen, je mehr von einer Entscheidung abhing, desto eher hatten die Entscheider ein Brett vor dem Kopf. Gerade dann, wenn Kreativität und voller intellektueller Einsatz gefordert waren, klammerten sich die Führungskräfte und ihre Teams an Altbewährtem fest. Die besonderen Kenntnisse von Spezialisten wurden ausgeblendet. Opportun waren plötzlich nur noch konsensuale Maßnahmen. Bekannt und bewährt, allgemein verbreitetes Zeitungswissen und Maßnahmen, gegen die niemand etwas haben konnte, führten selbstverständlich nicht zu hervorragenden Ergebnissen. Es stellte sich Mittelmäßigkeit ein, wenn besondere Exzellenz gefragt war.

Der Entwurf für einen Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD ist der empirische Beweis dafür, dass das Performance Pressure Paradoxon auch in der Politik gilt. Denn Altbewährt ist oberste Maxime. Nur zweimal gebraucht der Text dieses 177 Seiten langen Dokuments des Stillstands das Wort „verändern“. Jede Zeile fühlt sich der Ansage der Bundeskanzlerin verpflichtet, die nach der Bundestagswahl erklärte, dass sie nicht wisse, was die große Koalition hätte anders machen sollen. Experten für Digitalisierung sind offenkundig ignoriert worden. Einen der wichtigsten Begriffe neuer digitaler Geschäftsmodelle findet man nicht: Sucht man nach „Share Economy“, dann heißt es Fehlanzeige. Ein Digitalministerium, wie es viele Fachleute fordern, wird vom designierten Finanzminister Olaf Scholz gleich als etwas abgetan, das „nur PR-Maßnahme“ wäre. Kein konzeptioneller Konflikt wird ausgetragen oder entschieden. Jeder potenzielle Konflikt wird vielmehr mit Geld narkotisiert. Statt einer demografiefesten Rente gibt es Mütterrente. Statt Strukturreformen für ein finanziell solides Europa anzustreben, wird ein Sozialpakt neue Geldtöpfe errichten.

Über den Mut zur Entscheidung im Koalitionsvertrag hieß es im Mainzer Karneval nur spöttisch: „Amtssprache bleibt Deutsch. Im Straßenverkehr gilt weiter rechts vor links. Und draußen gibt es nur Kännchen.“ Besonders bedenklich sind dabei die Umstände, unter denen diese Entscheidungen zustande gekommen sind: Marathonsitzungen, Nachtsitzungen, kaum Rückkopplungsmöglichkeiten mit Spezialisten – all das verstärkt nur noch die fatalen Wirkungen des Performance Pressure Paradoxon. Eine Vorgehensweise, die ursprünglich mal als Strategie erdacht war, um auf europäischen Gipfeln allzu forsche Entscheidungen zu verhindern, lähmt nun systematisch die Entscheidungskraft der deutschen Politik. Sie macht das Brett vor dem Kopf zur Methode.

Soziale Landwirtschaft als Perspektive

Fachtagung im Ansbacher Bezirksrathaus

Soziale Landwirtschaft will Menschen mit körperlicher, geistiger oder seelischer Beeinträchtigung, straffällig gewordene Jugendliche, aber auch Langzeitarbeitslose oder Drogenkranke einbinden in die tägliche Arbeit eines landwirtschaftlichen Betriebes, will Strukturen geben und vielfältige Kompetenzen
vermitteln. Außerdem werden pädagogische Angebote wie Schulund Kindergartenbauernhöfe zur Sozialen Landwirtschaft gezählt.
Wie es aktuell um diese bestellt ist, soll Thema einer Fachtagung am Mittwoch, 7. März, im Bezirksrathaus in Ansbach sein. Bei Vorträgen und einer Podiumsdiskussion werden zudem Perspektiven aufgezeigt. Organisiert wird die Fachtagung vom Netzwerk Soziale Landwirtschaft Nordbayern in Kooperation mit dem Bezirk Mittelfranken, Bezirkstagspräsident Richard Bartsch
übernimmt um 10 Uhr die Eröffnung. Thema wird dabei auch die im Dezember 2016 unterzeichnete Kooperation des Bezirks Mittelfranken mit der Justizvollzugsanstalt Nürnberg sein, auf
deren Basis ein ökologischer Ackerbaubetrieb mit Sonderkulturen in der Außenstelle Lichtenau aufgebaut werden soll. Bei der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft bringen sich
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landwirtschaftlichen Lehranstalten mit ihrer fachlichen Erfahrung ein. Während der Fachtagung sind Informationsstände verschiedener Institutionen, darunter des Netzwerks Soziale Landwirtschaft Nordbayern, aufgebaut. Eine Anmeldung zur Fachtagung im Bezirksrathaus, Danziger Straße 5 in Ansbach, ist noch möglich. Formlos kann diese mit Angabe von Name und Organisation an das Sozialteam- STZ Mittelfranken unter der E-Mail-Adresse info@sozialteam.de, per Fax an die Nummer 0941/298499-800 oder per Post an die
Turnitzstraße 28 im Hof, 91522 Ansbach gerichtet werden.

Die Kreuzgangspiele 2018

„Faust“ als Klassiker steht auf dem Spielplan

Intendant Kaetzler

Die Figuren aus Goethes „Faust“ kommen direkt aus dem Mittelalter auf uns zu, vor sich die Umwälzungen der Renaissance. Das alte Gefüge der Welt bricht zusammen, jede Gewissheit schwindet, der Mensch fällt aus einer scheinbar ewigen Ordnung, die Welt wird kühn und neu erklärt. Angst und Schrecken erfassen die Menschen angesichts der neuen Möglichkeiten und Wahrheiten. Der Teufel scheint mit dem Menschen im Bunde, überall ahnt man seine Verführungen, das Böse triumphiert, unterwandert das Bestehende und führt es in den Untergang. Ketzer und Hexen brennen in den Städten und Dörfern. Nur noch fern am Horizont die Hoffnung.Die Figur des Faust ist ein wagemutiger Häretiker, ein Mann ohne Furcht und Hoffnung, ein wilder Abenteurer des Geistes und der Lust. Einer, der die Welt ausmisst nach seinem Maß und alle Grenzen überschreitet. Er ist der ewige Wanderer zwischen den Welten mit dem Teufel im Kopf und der Sehnsucht im Herzen. So betritt er für uns, der Getriebene, noch einmal die Bühne. Und mit ihm nahen sich wieder die ‚schwankenden Gestalten‘ seiner Zeit und entfalten ihr Theaterleben zwischen Verdammnis und der Hoffnung auf Erlösung. Und sie alle spiegeln, ob wir wollen oder nicht, unsere heutige Welt. Der Premierentermin:  Faust I am 7. Juni 2018.

Die weiteren Stücke und ihren Premierentermine: „Wie im Himmel“ am 14. Juni 2018;   „Schneewittchen“ am 13. Mai 2018; „Kafka“ am 9. Juli 2018;  „Hase und Igel“ der Gebrüder Grimm am 25. Juni 2018.

Simon Marius wird digitalisiert

Jahrestagung der Simon-Marius-Gesellschaft

Eine verstärkte Digitalisierung zentraler Werke des markgräflichen Hofastronomen sowie die Sammlung des Briefwechsels ist Schwerpunkt der Simon Marius Gesellschaft für das anstehende Geschäftsjahr. Weiterhin wird der vor zwei Jahren erschienene Sammelband in diesem Sommer für die weltweite Rezeption unter dem Titel „Simon Marius and his Research“ in der renommierten astronomiehistorischen Reihe von Springer herauskommen. Das inzwischen in 31 Menüsprachen verfügbare Marius-Portal (www.simon-marius.net) enthält neben der vollständigen Bibliografierung der Marius-Schriften nun 204 Beiträge der Sekundärliteratur und 386 Medienberichte. Im vergangenen Jahr hatten sich die sog. ‚unique visitors‘ des Portals mit 16000 fast verdoppelt.
Bei der Vorstandswahl wurden der Präsident Pierre Leich wie auch Vizepräsident Dr. Ulrich Kiesmüller bestätigt. Als weiterer Vizepräsident wurde der ehemalige Gunzenhausener Lateinlehrer Joachim Schlör gewählt, der 1988 mit seinem Leistungskurs am Simon-Marius-Gymnasium das Hauptwerk von Marius ins Deutsche übersetzt hatte. Dem Vorstand gehören bis 2020 auch Geschäftsführer Norman Schmidt, Schriftführer Rudolf Laux sowie die Beisitzer Dr. Klaus Matthäus und Brigitte Granier an.
Die größten Förderer der Gesellschaft sind HERMANN GUTMANN STIFTUNG, Stiftung NV, Vereinigte Sparkassen Gunzenhausen, Kost-Pocher’sche Stiftung, N-Ergie, die Städte Ansbach und Gunzenhausen sowie der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.
Simon Marius hatte im Januar 1610 zeitgleich mit Galileo Galilei die wichtigen Jupitermonde entdeckt. Da er nach Galilei publizierte, wurde er von diesem – wie man heute weiß – zu Unrecht des Plagiats beschuldigt. Marius hatte das antike Weltbild überwunden, bekannte sich aber nicht zu dem damals noch unbewiesenen Heliozentrismus.